Unsere Forschung zeigt: Warum ein einzelner Morgenurintest nicht die ganze Wahrheit zeigt

Viele Menschen leiden über längere Zeit unter unterschiedlichen Beschwerden. Sie suchen nach einer Erklärung und hoffen, durch eine Laboruntersuchung endlich Klarheit zu bekommen.Doch eine einmalige Morgenurinuntersuchung auf sogenannte „Total-Pyrrole“ erfasst möglicherweise nicht die gesamte Ausscheidung von HPL. Die Ausscheidung kann im Tagesverlauf schwanken. Deshalb kann der Zeitpunkt der Urinabgabe einen entscheidenden Einfluss auf das Untersuchungsergebnis haben.

Was zeigte ein Vergleich von 99 Personen?
– Bei 99 Personen wurden ein Morgenurintest auf „Total-Pyrrole“ und eine HPU-spezifische Untersuchung miteinander verglichen.
– Bei 32 von 99 Personen (32,3 %) war der Morgenurintest negativ, während die HPU-spezifische Untersuchung positiv ausfiel.
– Bei weiteren 8 von 99 Personen (8,1 %) war der Morgenurintest positiv, während die HPU-spezifische Untersuchung negativ ausfiel.
– Insgesamt zeigten damit 40 von 99 Personen (40,4 %) unterschiedliche Ergebnisse.

Das bedeutet:
Ein negatives Ergebnis im Morgenurin kann eine HPU-spezifisch festgestellte HPL-Ausscheidung nicht zuverlässig ausschließen. HPU-Abendausscheider werden in einem Morgenurintest nicht erfasst.

Diagnostik sollte individuell sein
Jeder Mensch hat eine eigene Krankengeschichte. Deshalb sollte auch die Diagnostik nicht allein nach einem einfachen Standardschema erfolgen. Entscheidend ist nicht nur die Frage: „Ist der Test positiv oder negativ?“

Sondern auch:

  • Was wurde tatsächlich gemessen?
  • Wann wurde die Urinprobe genommen?
  • Kann der Zeitpunkt der Probenentnahme das Ergebnis beeinflussen?
  • Passt das Ergebnis zu den Beschwerden des Patienten?
  • Was bedeutet ein negatives Ergebnis?

Ein negatives Ergebnis kann eine wichtige Information sein. Es sollte jedoch nicht automatisch bedeuten, dass die diagnostische Abklärung beendet ist. Wenn typische Beschwerden weiterhin bestehen und der Morgenurintest negativ ist, sollte die Möglichkeit einer HPU nicht allein aufgrund dieses Ergebnisses ausgeschlossen werden.
In solchen Fällen sollte geprüft werden, ob eine HPU-spezifische Untersuchung mit einer 24-Stunden-Urinprobe sinnvoll ist, um die Ausscheidung über einen längeren Zeitraum zu erfassen.Ihre Gesundheit ist individuell. Deshalb sollte auch die Diagnostik individuell sein – nicht nach einem Standardprotokoll, sondern passend zum Menschen. „Rechentools“, die das Ergebnis des Morgenurintests in ein HPU-Ergebnis für 24 Stunden umrechnen, sind irreführend.

Treat the patient, not the laboratory value.

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